seniorweb.ch, 14. April 2026
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Hau drauf: unflätige Kommentare zur 13. Rente
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So viele Medienkommentare gibts sonst nur wenn die Schweizer Nati 0:5 verliert. Den Grund für die aktuelle Flut liefert Alenka Bonnard, die neue Präsidentin von Pro Senectute. Sie kritisiert die 13. AHV-Rente.

 

Der Autor hat seine Nase in die Schwemme der mehreren hundert Zusendungen an den Blick und an die Tamedia-Publikationen gesteckt. Und sich dabei über schlechte Gerüchte geärgert.

 

Präsidentin Bonnard hat kurz vor ihrem Start am 1. April die 13. AHV-Rente mit einer Giesskanne verglichen. Diese schütte ihren Inhalt auch an jene aus, die das Geld gar nicht nötig hätten.

 

Ihr Vorschlag hat in den Kommentarspalten der Medien viel ausgelöst. Liegt Alenka Bonnard richtig oder kritisiert sie zu Unrecht? Bevor ich mich entschied, wollte ich mich anhand der Kommentare schlau machen.

 

 

Schlau? Nein, schlau wurde ich nicht. Dafür verärgert. Lesen Sie hier im Überblick was ein guter Teil der Kommentierenden schrieb.

 

Hau zu: «Alenka Bonnard erzählt Schwachsinn»

 

Ich beginne gleich mit einer der gröbsten Beschimpfungen, die ich gefunden habe: ◼︎ Alenka Bonnard will keine Not lindern, sondern über andere bestimmen. Sie hat lieber Leute, die mit dem Existenzminimum leben und bei Pro Senectute Hilfe erbetteln. ◼︎ Stotzig, nicht? Nun ein paar 0815-Anwürfe: ◼︎ Sie hat den falschen Job. ◼︎ Sie erzählt Schachsinn. ◼︎ Himmeltraurige Aussage. ◼︎ Es folgen einige Beurteilungen ihrer Fähigkeiten: ◼︎ Wieder einmal wurde ein Mensch in eine Position gewählt, bei dem die Kompetenzen nicht ausreichen. ◼︎ Weil sie erst in 20 Jahren pensioniert wird, kennt sie die Lebensumstände der Älteren nicht.

 

◼︎ Die Entschädigungen von Alenka Bonnard sind ein fleissig diskutiertes Thema: ◼︎ Sie hat ein so hohes Gehalt, sie sollte auf die Hälfte ihres Lohns verzichten. ◼︎ Eine ganze Reihe fast wörtlich gleicher Vorwürfe wären anzufügen. ◼︎ All diese Kritiker verkennen, dass Bonnard nicht von Pro Senectute angestellt ist. Sie präsidiert den Stiftungsrat und wird bloss für eine Anzahl Sitzungen entschädigt.

 

◼︎ Mehr ins Allgemeine zielt eine Reihe von weiterer Anschuldigungen: ◼︎ Sie setzt sich nicht für die Anliegen der Pensionierten ein. ◼︎ Sie verspielt schon von Anfang an der Vertrauen deren, die sie eigentlich vertreten sollte. ◼︎ Die neue Präsidentin preist sich bei den unter 65-Jährigen an und nicht bei ihrer Kundschaft ◼︎ Ein weiterer Beweis für die Geringschätzung der Älteren. ◼︎ Eher rätselhaft ist folgendes: ◼︎ Sie steht einer Organisation vor, die Bettelbriefe verschickt.

 

Hau drauf: «Ich spende nichts mehr für Pro Senectute»

 

Als erstes wiederum ein Hammer: ◼︎ Die sogenannte Altersvertretung (gemeint ist Pro Senectute) ist ein Selbstbedienungsladen für gewisse Personen. ◼︎ Hui, da schmeisst ein Kommentator bedenklich grosse Steine. Gemässigter aber immerhin: ◼︎ Alenka Bonnard hat Pro Senectute einen Bärendienst erwiesen. ◼︎ Nach Ansicht mancher Kritiker muss die Organisation bestraft werden: ◼︎ Ich spende ab sofort keinen Franken mehr, es.reicht jetzt endgültig. ◼︎ Ich werde meine Spendengelder in Zukunft einer anderen Organisation zukommen lassen. ◼︎ Hm, ob wohl jene, die jetzt ihre gütigen Spenden zurückziehen, früher wirklich gespendet haben?

 

 

Der Autor (Symbolbild) hört auf seinen inneren Angsthasen.
Dieser hat den Bammel, ist aber auch erstaunt (Schnauze beachten)

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Hau zurück? Nein, will ich nicht.

 

Mehrere hundert Leserinnen und Leser wollten mich von ihrer Meinung überzeugen. So viele Kommentare gibts sonst nur, wenn Marco Odermatt Fünftletzter würde.

 

Überzeugt haben mich die Lesermail-Schreibenden nicht. Dafür verärgert. Und verängstigt. Will ich wie Alenka Bonnard als inkompetent bezeichnet werden, wenn ich schreibe was ich denke? Will ich als Geldsack dastehen? Als falscher Fuffziger? Als einer, der nur an sich selbst denkt? Nein, will ich nicht. Ich will keine Beleidigungen.

 

Drum behalte ich meine Meinung zur 13. Rente für mich.

 

Bilder: Leonardo da Vinci, Freepik, Peter