Fahrverbot Studerstrasse: Ja oder Nein?

 

 Seit Februar ist die Studer- strasse für Autos und Töffs gesperrt. Ungebremst in Fahrt ist die Diskussion, ob dies sinnvoll oder bloss  Schikane ist. 

 

Vermeintlich rücksichtsvoll umkurvt er eine Radlerin. Scheinbar artig weicht der Automobilist zwischen den Haltestellen Rossfeld und Äussere Enge dem 21er Bus aus. Doch dann enthüllt er seinen wahren Charakter. Er setzt den Blinker nach rechts. Und, jawohl, er fährt in die Studerstrasse. Der Übeltäter rollt durch eine Strasse, auf der bloss Anwohner zugelassen sind und die für Autos und Töffs gesperrt ist.

 

Der Bösewicht war ich. Gelegentlich missachte ich das Verbot. Doch: Ich bin längst nicht der einzige. Drei Mal kontrollierte ich zwischen 17.30 und 18.00, wer hier durchfährt. Die Ergebnisse: Während insgesamt einer Stunde passierten 190 Auto- oder Töfffahrer die Abzweigung. 96 davon benutzten illegal die Studerstrasse. Bloss  3 waren Anwohner, Besucher oder Zulieferer. Jeder zweite missachtete also das Fahrverbot.

 

Die Polizei überprüft das Verbot im Rahmen der üblichen Kontrollen. Wie viele Bussen sie hier schon verteilt hat, ist nicht ersichtlich. Die Sperrung ist umstritten. Sowohl Bewohner aus der Länggasse wie auch von der Engehalbinsel kritisieren sie. Das Verbot verlängere zum Beispiel die Fahrzeiten und belaste verkehrsberuhigte Zonen. Erasmus Weddigen, Kunsthistoriker aus dem Rossfeld, bezeichnet sie in einem Brief an die Arena als „Zumutung und Schildbürgerstreich aus Seldwyla“. Die Berner Verkehrsplaner verteidigen die bestehende Sperrung. Sie unterbinde unter anderem den Schleichverkehr und schaffe sicherere Schulwege.

 

Sinnvoll oder Schikane? Hier können Ja- und Neinsager vorläufig unbefristet ihre Meinung kundtun. Die Umfrage ist anonym. Wir orientierem  über die Ergebnisse auf dieser Webseite und in der nächsten Arena. Wir informieren auch die Behörden.